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Nadine

unregistriert

1

Dienstag, 5. August 2008, 14:29

Liam Niklas - in der 42. SSW still geboren


Ich lese seit ein paar Tagen hier mit und habe viele leise Tränen vergossen, aber so traurig es auch für alle ist, es tut gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Am 20.07.2008 habe leider auch ich unseren kleinen geliebten Sohn Liam Niklas in der 42. SSW still geboren. Er sah so wunderschön aus, als ob er nur schläft. Er war 4.070 g schwer und 58 cm groß. Alles dran, alles perfekt – nur aus irgendeinem Grund, den wir niemals erfahren werden, hatte wenige Stunden zuvor sein Herz aufgehört zu schlagen.


Am Morgen des 19.07. fuhr ich ins KH um evtl. die Geburt einleiten zu lassen. Wir waren wie auch bei unserem ersten Sohn 10 Tage über Termin und auf was sollten wir noch warten . . . Die Schwangerschaft war bisher total problemlos abgelaufen, bis auf die wirklich ganz normalen SS-Beschwerden war alles prima gewesen. Jetzt fehlten eigentlich nur ein paar Wehen, damit wir unseren kleinen Prinzen endlich in die Arme schließen konnten. Die Hebamme die CTG machte und der Arzt der ausführlich Ultraschall machte, klärten uns über die Einleitung auf und rieten uns eher davon ab, da es mir und dem Baby ja prima ging, würde nichts dagegen sprechen noch zu warten (zu Hause sagte ich später zu meinem Mann: bis wann / auf was sollen wir noch warten, bis es dem Baby nicht mehr gut geht??? So dahin gesprochen, nichts ahnend was für eine tragische Wendung unser Leben wenige Stunden später nehmen würde, weil solche Tragödien passieren normalerweise ja nur den anderen). Mein Mann war inzwischen auch im KH eingetroffen und wollte die Einleitung, aber überließ letztendlich mir die Entscheidung. Ich glaubte an die Erfahrung der Hebamme und des Arztes und wollte der Natur noch eine Chance geben . . .


Wir fuhren wieder nach Hause. Vorher ließ ich mir von der Hebamme noch das Rezept für einen Wehencoktail geben, den ich am Abend trank, worauf ich in der Nacht auch Wehen bekam.




Im nachhinein habe ich von "Schock fürs Baby durch Wehencoktail" gelesen und ich werde mir niemals verzeihen ihn getrunken zu haben, leider werden wir niemals erfahren ob dieser Schuld am Tod unseren kleinen Liams war. Aber selbst wenn wir hier Gewissheit hätten würde es uns unseren geliebten Sohn nicht wieder zurück bringen.




Am frühen Sonntagmorgen fuhren wir also mit Wehen wieder ins KH und ich freute mich, dass es wohl nun endlich los gehen würde und ich bald meinen kleinen Liam in den Armen halten konnte . . .


Im KH angekommen kam ich erstmal ans CTG. Die Hebamme hatte Probleme die Herztöne zu finden (kein Grund zur Sorge war ja den Sprechstundenhilfen beim FA auch schon so gegangen), dann hatte sie was (stellte sich im nachhinein als meine Herztöne raus) und ging, eine andere Hebamme kam und schaute nochmal, sie schaute schon ganz erschrocken, schickte mich zum Ultraschall, der Arzte sagte dann nach kurzem schauen "das Kind muss sofort geholt werden". Das Gesicht der Hebamme hatte Bände gesprochen, aber der Satz des Arztes verhieß zwar nichts Gutes, aber doch hatte er nichts von tot gesagt . . . Wir waren einen Moment alleine im Zimmer, dann kann ich mich nur noch schwammig an alles erinnern, Hebammen und Ärzte kamen rein und sagten was, mein Mann sagte später ich habe aufgeschrien, wie nur eine Mutter aufschreien kann, ich kann mich nur noch an heulen und festkrallen an meinen Mann und am liebsten in meinem Mann reinkriechen wollen und aufwachen wollen aus diesem Albtraum, erinnern . . .

Das Herz unseres kleinen geliebten Sohnes Liam schlug nicht mehr!


Eigentlich ging dann alles ziemlich schnell, die Geburt wurde eingeleitet, ich bekam starke Wehen die ich mit einer PDA (für was die Wehen noch ohne Schmerzmittel aushalten . . . ???) gut aushalten konnte, um 15.10 Uhr habe ich unseren toten Sohn geboren. Er wurde mir sofort in die Arme gelegt und mein erster Gedanke war "er sieht aus, wie sein "großer" Bruder" und das sagte auch kurz darauf mein Mann zu mir. Er sah aus als ob er nur schläft, wunder-wunderschön, er hätte nur die Augen öffnen müssen und unser Leben wäre wieder Lebenswert gewesen...


Mein Mann badete ihn und zog ihn an. Wir verbrachten noch den ganzen Nachmittag und Abend mit ihm. Ich wollte nur aufwachen aus diesem bösen, schlimmen Traum!




Es war meine 2. SS und sie lief so nebenher, weil ich mich ja überwiegend um meinen 1. Sohn gekümmert habe. Und nun mache ich mir solche Vorwürfe, habe ich mich nicht genug um den kleinen Mann in meinem Bauch gekümmert, kam er sich unerwünscht vor, weil ich mich zu wenig mit ihm beschäftigt habe? Hat er sich entschieden nicht zu uns zu kommen, weil ich mir im ersten Moment ein Mädchen gewünscht habe (das war aber am nächsten Tag schon wieder vorbei und wir freuten uns alle riesig auf unseren 2. Sohn, Enkelsohn, kleinen Bruder)???


Aber er war doch ein Wunschkind, alles war perfekt für seine Ankunft vorbereitet. Alles wartete nur noch auf ihn.





Seit dem sind 2 Wochen vergangen und dank unseres "großen" Sohnes hatten wir auch wieder gute Momente, aber die Trauer sitzt so tief, manchmal weiß ich nicht wie ich überleben soll ohne meinen kleinen Engel . . . es tut so weh, dass es mir das Herz zerreißt, diesen Schmerz kann man nicht in Worte fassen.

Jeder sagt, gut dass ihr euren "Großen" habt, dafür bin ich auch unendllich dankbar, er ist das einzige was uns am leben erhält, aber er erinntert mich auch daran, was unser kleiner Liam alles niemals erleben wird . . . Und es tut mir auch für unseren "Großen" leid, dass er nun keinen "kleinen Bruder" bekommt . . .




Ihr großen Engel da oben im Himmel, paßt mir auf meinen kleinen Liam auf. Beschützt ihn und gebt ihm Liebe, so wie wir sie ihm schenken wollten.


Es ist ein großer Schmerz und ein leeres Herz!





DANKE, an jeden der sich die Zeit genommen hat hier zu lesen!

Wenn mir jemand antworten mag, würde es mich freuen!


Alles Liebe, Nadine!

Susi

unregistriert

2

Dienstag, 5. August 2008, 20:30

Hallo Nadine,

Es tut mir wirklich sehr leid, dass ihr euren Kleinen zu den Sternen gehen lassen musstet.
Es ist erschreckend wie viele Frauen mit uns das Schiksal teilen.
Ich hoffe, dass du viele gute Menschen bei dir hast, die dir jetzt viel Kraft und Mut geben.

Wir mussten unseren Sohn im Januar ziehen lassen, wir erfuhren es am Stichtag bei der Rutineuntersuchung.

Wichtig ist es, dass du nach vorne schaust, klar ist das nicht leicht aber man muss sich immer wieder etwas neues vornehmen.
Neue Schritte nach vorn gehen, auch kleine Schritte sind ein Erfolg.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft.
Lieben Gruß von
Susi mit Thore für immer im Herzen

Claudia

unregistriert

3

Dienstag, 5. August 2008, 21:16

Hallo Nadine

es tut mir so leid das ihr euern kleinen Liam-Niklas auch zu den Sternen ziehen lassen mußtet. Ich schicke euch ganz viel Kraft und Liebe rüber.
Die brauch man jetzt.

Bei uns war es auch die 2 SS , ein Mädchen , Nele ein absolutes Wunschkind. eine kleine Schwester für Oliver(3Jahre alt) Wir haben uns so sehr gefreut.
Und dann der Schock in der 32 SSW Ich mußte Nele am 24.06.08 still zur Welt bringen es war schrecklich
Jetzt sind es gerade 6wochen her und ich stehe immer noch völlig neben mir. Aber ich habe viele liebe Menschen um mich drumherum die sich um uns sorgen und kümmern Ich hoffe ihr habt auch viel Halt?!

Es wird jedenTag etwas besser manchmal hat man Tage da könnt eman den ganzen Tag nur heulen aber das muß man auch und ich tue das auch.
oder einfach nur ganz laut seine Trauer und Wut rausschreien.
Oliver hilft mir er gibt mir Kraft und ich muß für ihn Stark sein er braucht mich .
Dein großer braucht dich auch
Fühl dich mal ganz doll gedrückt von mir!!


viele liebe Grüße
Claudia mit Nele fest im Herzen und Oli schlafend im Bett :love:

kerstin

unregistriert

4

Dienstag, 5. August 2008, 22:10

Hallo Nadine,

es tut mir so leid, wieder eine Geschichte lesen zu müssen, die meiner so sehr ähnelt. Ich kann gerade so gut nachvollziehen wie`s Dir/Euch geht! Bei mir war`s dasselbe, auch ins KH mit Wehen zum Entbinden und keine Herztöne gefunden. Bei mir schwirrt auch immer der Gedanke herum, Warum?? Das passiert doch nur den Anderen!

Aber Du musst Dir auf keinen Fall irgendwelche Vorwürfe machen, ich dachte auch anfangs, mensch, ich war so überrascht von der neuen Sw., vielleicht hat meine Tochter das gespürt? Aber ich denke nicht, unsere Sternchen wissen, dass sie geliebt sind! Auch bei mir war es das 2. Kind und auch bei mir hat mich eigentlich nur mein Sohn am Leben gehalten. Sonst hätte ich mich selbst aufgegeben! Auch ich mache mir Vorwürfe (meine Tochter ist zwei Tage vor ET still geboren und auch wahrscheinlich mit einsetzen der wehen) was wäre wenn sie früher geholt worden wäre. Hat sie die Wehen nicht verkraftet? Auch ich habe immer noch so viele Fragen, die mir wohl niemals beantwortet werden. Ich mache mir auch noch vorwürfe manchmal, weil ich ja schliesslich die einzige bin die richtig Kontakt zu ihr hatte. Habe ich etwas nicht gemerkt? Aber man muss irgendwann die Fragen mal einfach gehen lassen, sonst fängt man an sich im Kreis zu drehen und dreht komplett durch. Du wirst sehen, das die nächsten Monate sehr stark von Gefühlsveränderungen geprägt sein werden, wie sie alle hier durchmachen. Und das das Leben einfach weiter geht, jeden Tag geht die Sonne wieder auf und der Alltag kehrt zurück. Ob man will oder nicht. Mir kommt es momentan so vor, als wäre gar nichts gewesen, weil mein Leben wieder so ist wie es vorher war! Und das macht mir manchmal angst!

Ich wünsche Dir für die nächsten Wochen sehr viel Kraft und eine verständnisvolle Familie (übrigens den Spruch mit dem "seid froh dass ihr euren grossen habt" kenne ich nur zu gut), aber das ist auch teilweise hilflosigkeit der Leute, weil sie nicht wissen was sie sagen sollen, irgendwie wollen sie helfen. Rückblickend bin ich froh über jeden, der mich direkt darauf angesprochen hat. Mir ging es so, je öfter ich erzählt habe um so besser ist es geworden.

Sei nochmal ganz fest gedrückt, liebe Grüsse Kerstin

Nuki

unregistriert

5

Mittwoch, 6. August 2008, 00:20

Hallo Nadine,

ich wünsche dir erst einmal ganz viel Kraft.

Bei mir wurden in der 30 ssw. auch keine Herztöne mehr gefunden, beziehungsweise mit dem ctg meine. aber der ultraschall könnte das unvorstellbare auch nicht mehr leugnen...am 28.Mai 2008 erfuhren wir von den Tod unserer Tochter Kiara...

Die vielen Fragen, die wir alle haben werden wir nie beantworten können. Vielleicht einmal unsere Sternchen wenn wir sie wiedersehen... Schuld trifft niemanden.

Dein Kleiner Liam Niklas kam sich sicherlich nicht unerwünscht vor. rede dir das am besten garnicht ein. Wenn du Ihn nicht gewollt hättest, hättest du ja die schwangerschaft abbrechen lassen können. Er war erwünscht, sonst würde er dir nicht so fehlen...

Sprüche, die einen wie hohn vorkommen haben wir wohl alle bekommen... bei mir war es, "du bist ja noch jung", "jetzt kannst du erstmal deine ausbilung machen" und "ihr könnt ja noch andere haben"... wenige versteh, dass ich keine anderen will (zumindest vorerst nicht) sondern meine Tochter...

Ich finde es bewunderndswert, dass ihr euren Sohn so lange bei euch hattet. ich habe meine tochter nicht gesehen und ich bereue es jeden tag aufs neue...

Hoffe, dass dir das lachen wieder leichter fallen wird. Die Momente, in denen der Schmerz so unendlich weh tut, werden weniger. Nur braucht es Zeit. Da ist jeder ganz verschieden. Wünsch dir, dass dein Großer dir dabei hilft, auch wenn es jetzt noch weh tut.

Auch wenn ich nicht religiös bin, der gedanke, dass meine Kleine da oben ist und alles in ordnung ist mit ihr, trostet mich doch etwas. Ich werde nie die Zeit vergessen, die sie bei uns war.Wie sie sich eingeschlichen hat....und wie sie leider wieder auf leisen sohlen gegangen ist.... Wie mein Freund seine hand auf meinen Bauch hatte und sie kräftig getreten hat. Wie sie mit ihren kleinen Po gewackelt hat während des ultraschalls... Ich werde nie diese Liebe zu ihr vergessen...

Wenn du es für sinnvoll erachtest, dann nimm die hilfe von einer Selbsthilfegruppe in anspruch oder eines therapeuten. Es gibt keinen grund, sich für seinen schmerz zu schämen oder sich zu verstecken. Mach das, was dir am besten hilft. Rede über deinen Liam Niklas oder schreibe hier im Forum. Mir hat das schreiben viel geholfen, auch wenn ich oftmals dabei weinen musste.

Wünsche dir und unseren Sternen eine gute Nacht.

Bye Nuki

Sanne

unregistriert

6

Mittwoch, 6. August 2008, 08:47

Liebe Nadine,

auch ich möchte Dir sagen, dass es mir unendlich leid tut, dass auch Ihr Euren Sohn habt gehen lassen müssen. Meine Tochter Emma starb am 16.05. bei Ihrer Geburt in der 40. SS-Woche. Ihre Lungenbläschen waren durch eine im Mutterleib erworbene Lungenentzündung so verklebt, dass sie nicht atmen konnte. Auch wir sind nichts ahnend ins Krankenhaus gefahren, und konnten die Geburt unseres ersten Kindes kaum abwarten. Alle Untersuchungen während der Schwangerschaft waren in Ordnung und es gab überhaupt keinen Anlass, mit solch einer Tragödie zu rechnen. Emma wurde direkt nach ihrer Geburt zu den Kinderärzten gebracht, die jedoch vergeblich um ihr Leben kämpften. Nach etwa einer Stunde hat man uns mitgeteilt, dass man für unsere Kleine leider nichts mehr tun konnte.

Unsere Geschichten hier sind zwar alle unterschiedlich, die Gefühle sind jedoch bei jedem von uns ähnlich. Fassungslos und völlig geschockt habe ich diese Nachricht entgegen genommen, nicht fähig, auch nur eine Träne zu vergießen. Dann die Fragen... Warum passiert das uns? Was habe ich falsch gemacht? Warum hat mein Körper versagt? Warum habe ich nicht gemerkt, dass es meinem Kind nicht gut geht? etc. Diese Gedanken sind normal, wir müssen sie aber nach einiger Zeit ablegen (leicht gesagt, ich weiß), damit wir uns nicht ständig im Kreis drehen. Du darfst Dir keine Vorwürfe machen. Es gibt offensichtlich Dinge zwischen Himmel und Erde, die sollen so sein und können von uns nicht beeinflusst werden.

Blöde Ratschläge und dumme Kommentare aus dem Umfeld mussten wir uns glaube ich alle anhören. Ich habe in Gedanken eine Liste mit den dämlichsten Bemerkungen angelegt. Auf Platz 1 nach wie vor "Beim nächsten mal klappt's", dicht gefolgt von "Wer weiß, wofür es gut war". Ich deute diese Aussagen mittlerweile als Zeichen der absoluten Hilf- und Hirnlosigkeit.

Jeder Tag bringt uns in der Trauerarbeit ein Stück weiter. Mir hat es bisher wirklich sehr geholfen, hier zu lesen und zu schreiben. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft und vor allen Dingen ein Umfeld, bei dem Du Dich immer wieder ausweinen kannst.

Fühl Dich ganz lieb gedrückt!

Susanne mit Emma im Herzen

Mone

unregistriert

7

Mittwoch, 6. August 2008, 09:35

Hallo Nadine

Es tut mir so unendlich Leid, dass auch ihr euren Sohn zu den Sternen gehen lassen musstet. Ich weiß der Schmerz ist unerträglich und zerreißt einen fast, aber es wird besser, es kommen bessere Tage glaube mir. Tage wo du wieder lachen und unbeschwert sein kannst, was nicht bedeutet das du dein Kind vergessen hast, absolut nicht. Es ist nur so das man mit der schrecklichen Situation mit der Zeit besser umgehen kann oder es irgendwie besser akzeptieren kann. Ich wünsche dir daher ganz ganz viel Kraft für die nächste Zeit, ganz viel nette Menschen um dich herum und ganz viel Liebe.

Diese Sprüche,wie " du hast ja noch deinen Großen" sind Verzweiflungssätze der Mitmenschen. Auch sie trifft der Verlust irgendwie, sie sind überfordert und wissen einfach nicht was sie sagen sollen, was irgendwie trösten oder helfen könnte. Einfach nicht ganz so genau hinhören oder es nicht ganz so ernst nehmen, das ist denke ich am Besten, sich in Erinerrung rufen, dass es nicht böse gemeint ist. Ich weiß das es schwer ist und einen diese Sätze unglaublich treffen, bei und waren typische Sätze " Ihr seid ja noch so jung und könnt noch eine ganze Fußballmannschaft an Kindern bekommen" und für uns der Härtefall " seid froh das es so gekommen wer weiß wofür das gut war." Na toll! Vielen Dank auch, dachten wir, doch es war am Ende alles irgendwie lieb gemeint.

Wir bekamen damals in der 24.SSW (es war unser erstes Kind) die Nachricht bei einer Routineuntersuchung, dass unsere Tochter krank sei. Es sähe so aus als hätte sie ein Loch im Rücken und wäre dadurch Hüfte abwärts gelähmt. Für uns war es zwar ein Schock, aber wir wollten unsere tochter trotzdem in jedem Falle haben auch wenn sie nicht perfekt wäre. Man überwies uns zur Sicherheit an Spezialisten wo dann heraus kam dass unsere Tocter sehr schwer krank sei. Sie sei geistig schwer behindert wie körperlich auch, außerdem hätte sie einen Herzfehler, es fehlen Nerven und Blutbahnen von einem Organ zum anderen und unsere Tochter sei außerhalb es Mutterleibes nicht lebensfähig. Man müsse sie per kaiserschnitt holen man ga ihr auf der Welt ohne Operationen nur ein zwei Tage mit wirklich großen Schmerzen. Mit Operationen hätte sie noch etwas länger aber sie sei zu schwach dazu. Als man mir und meinen Mann sagte dass unsere Tochter nur in mir frei von Schmerzen sei und auf der Welt wohl unerträgliche Schmerzen haben würde. Hben wir uns schweren Herzens für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Ich weiß das klingt hart, aber ich/wir haben das für unsere Tochter getan, ich konnte den Gedanken nicht ertragen, das ein kind was ich so sehr liebe auf der Welt nur Schmerzen ertragen sollte. So habe ich dann nach dem Abbruch unsere Tochter in der 28.SSW still zur Welt gebracht. Es war die schwerste Entscheidnung unseres Lebens und ich wünsche niemanden das er vor eine solche Entscheidung gestellt wird und auch dass niemand sein Kind tot zur Welt bringen muss. Das ist das schlimmste was Eltern vorallem Müttern wiederfahren kann.

Das war im Jahr 2004.Aber das Leben geht weiter und der Schmerz über den Verlust wird erträglicher. Im Januar 2006 bekamen wir unsere zweite Tochter und im Dezember 2006 unseren Sohn. Ich bin sehr dankbar und überglücklich die beiden gesund und munter in den Armen halten zu dürfen. Ich denke unsere "Große" hat gut auf die beiden aufgepasst. Und im Herzen sind wir zu fünft.

Ich wünsche dir nun alles Liebe und Gute und vorallem viel Kraft. Vewrsuche einfach von Tag zu Tag zu leben. Jeder Tag ist schon ein Erfolg.

Alles Liebe Mone mit Fabienne im Herzen und Alisha und Alessio hier bei mir



Ach, mir hat es damals sehr geholfen hier zu schreiben und selber gedichte zu schreiben. Andere schreiben tagebuch oder Briefe an ihre Kinder, vieleicht hilft dir das auch ein wenig. Außerdem habe ich ein Buch empfohlen bekommen, was mir und meinen Mann wirklich sehr geholfen hat, es heißt "Gute Hoffnung - jähes Ende. Vielleicht wäre das auch etwas für dich.

Nadine

unregistriert

8

Mittwoch, 6. August 2008, 15:03


Hallo ihr Lieben!


Ich danke euch für die vielen lieben Worte!

Es tut mir für euch alle so leid, dass auch ihr eure kleinen Engel gehen lassen musstet. Und wenn ich die Geschichten der einzelnen Mamis lese laufen mir gleich wieder die Tränen . . .

Auch wir haben liebe Freunde und eine liebe Familie die sich um uns sorgt, doch mit Menschen zu sprechen die das gleiche traurige Schicksal erlebt haben, macht es doch etwas einfacher. Und es macht Mut nach vorne zu schauen. Aber auch je öfter ich Menschen von unserem kleinen Liam erzähle, um so leichter wird es für mich.


Liebe Susi!

Darf ich dich fragen, ist es heute, eine halbes Jahr später, leichter für dich? Ich frage nur, weil ich es dir wünsche und für mich selber hoffe, aber es mir noch gar nicht so recht vorstellen kann.


Liebe Claudia!

Ich hatte gerade vorgestern wieder einen Tag an dem ich ständig in Tränen ausgebrochen bin und dann gestern war wieder ein "guter" Tag (soweit das momentan überhaupt möglich ist).

Darf ich fragen wie du das alles deinem Oliver erklärt hast? Das nun doch kein Baby kommt, meine ich. Mein "Großer" Nell ist 2 ½ Jahre alt und immer wenn wir auf unseren Liam zu sprechen kommen muss ich anfangen zu weinen und das ist, glaube ich, für Nell das schlimmste und er fängt ein anderes Thema an. Seit gestern geht es und ich muss nicht mehr sofort weinen, wenn Nell nach Liam fragt. Aber es ist trotzdem schwierig, wir hatten ihn auch nicht bei der Beerdigung dabei und ich war noch nicht am Grab mit ihm. Wie habt ihr das gemacht?


Liebe Kerstin!

Du hast recht! Unser kleiner Liam ist erst 2 ½ Wochen nicht mehr bei uns und schon sind wir teilweise wieder im Alltag drin (besonders durch unseren 1. Sohn Nell) und das macht mir riesen Angst! Dann denke ich ich vertränge alles und werde früher oder später vielleicht verrückt oder ich vergesse meinen Liam oder oder . . . auf jeden Fall ist es seltsam und dann bin ich fast froh, wenn ich einen heultag wie vor 2 Tagen habe, was mir dann nur leid für meinen Nell tut.

Darf ich auch dich fragen, wie alt dein Sohn ist und wie du ihm erklärt hast, dass er nun doch kein Geschwisterchen bekommt? (hab oben schon Claudia gefragt)

Ich bin auch so froh, über jeden der zu mir kommt und mich nach fragt und dem ich dann erzählen kann, es macht es wirklich ein klein wenig leichter. Auch wenn man merkt, die die einem aus dem Weg gehen, wissen einfach nicht wie sie damit umgehen sollen, ging mir ja vielleicht genauso . . .


Liebe Nuki,

wir sind zwar auch nicht super religiös, aber mein Mann hat gleich gesagt, unser Liam ist jetzt ein kleiner Engel und auch unserem 1. Sohn Nell haben wir erzählt, dass sein kleiner Bruder nun im Himmel / auf den Wolken ist. Dieser Gedanke, dass unsere Babys nun im Himmel als Engel sind und dort auch große Engel sind die gut auf sie acht geben, macht alles ein klein wenig erträglicher. Ich hätte meinem Nell doch nicht sagen können, dein Brüderchen ist jetzt in einer Kiste unter der Erde . . . auch wenn ich sonst für Ehrlichkeit und Klarheit auch oder gerade gegenüber Kindern bin.

Du hast recht, ich habe auch schon über eine selbsthilfegruppe oder Therapeuten nachgedacht, aber noch nicht so das richtige gefunden. Machst du so etwas, wenn ja, hilft es dir?


Liebe Sanne!

Ich glaube ja auch, dass jedes unpassende Verhalten oder Kommentar Hilflosigkeit ist. Aber ich bin über jeden Menschen froh der direkt auf mich zukommt und sagt "Tut mir leid! Darf ich fragen, was genau passiert ist?" oder so. Von unserem kleinen Liam zu erzählen, macht es Stück für Stück ein wenig leichter.


Liebe Mone!

Es freut mich so sehr, zu lesen, dass du zwei Folgekinder hast. Und so kurz nacheinander, dass ist schön für die zwei (auch wenn es für dich bestimmt stressig ist ;-) ) Mein 1. Sohn ist auch im Januar 2006 geboren und ich habe mich für meine 2 Jungs so gefreut, dass sie vom alter her dicht beieinander liegen, aber leider hat es nicht sollen sein . . .

Darf ich das fragen? War es gesundheitlich schwierig, zwei Schwangerschaften so dicht hintereinander?

Danke für die Buchempfehlung, habe es bereits zu Hause und denke es ist wirklich sehr hilfreich. Ich habe gleich 2 Tage nach dem Tod von Liam angefangen alles erlebte und alle Gefühle aufzuschreiben und du hast recht, es hilft und ich will auch nicht, dass Liam irgendwie in vergessenheit gerät. Schon allein weil ich in der SS kein Tagebuch geführt habe (was mich jetzt natürlich ärgert und traurig macht), was ich in der 1. SS gemacht habe.


Nochmal ganz lieben Dank an euch alle! Eure Worte haben mir Kraft gegeben und ich freue mich auch diesmal wieder, wenn ihr Zeit findet mir zu antworten.

Ich wünsche euch allen alles, alles Liebe und ganz viel Kraft weiterhin!!!

Seit ganz lieb und fest gedrückt!

Alles Liebe, Nadine mit Liam tief im herzen und Nell fest an der Hand!


Nuki

unregistriert

9

Mittwoch, 6. August 2008, 22:14

Hallo Nadine,

Ich denke, irgendwann wird sich dein Sohn denken können wo der Körper von euren Liam ist. Ob er, wenn er älter wird, immernoch denken möchte, dass sein Kleiner Bruder im Himmel ist, ist dann seine Entscheidung. Jeder wird das für sich entscheiden müssen.

Auch wenn die Frag nicht an mich gerichtet war, schreib ich dir mal meine meinung. Nach etwas über 2 monaten ist es für mich immernoch schwer. Es tut immernoch weh, aber ich muss nicht jeden Tag weinen. So schlimm es auch klingt, mein Leben geht weiter(Als ich damals das ultraschallbild gesehen hab, hab ich mir gewünscht es würde jetzt hier sofort enden)der tag ist verschieden. manchmal kann ich dei nähe von Kinder sogar ganz gut vertragen( bin stolze 2-fache Tante :D )an anderen reicht es mir schon wenn ich einen Kinderwagen sehe oder ein Baby im Fernsehen. An Anfang habe ich den Schmerz auch verdrängt. Teilweise mach ich das heute noch. Ich bin niemand, wo über gefühle so offen sprechen kann. Ich wollte immer für die andren stark sein. und dann kommt halt manchmal der absturz, der in tränen endet...

Aber jeder ist ganz verschieden in seiner Trauer.

Deinen Sohn wirst du sicherlich nie vergessen. Versuche die guten erinnerungen an ihn zu erhalten. denke daran, wie er sich in deinen bauch bewegt hat. wie seine ultraschallbilder waren. lass dir vielleicht etwas zeit mit diesen erinnerungen, noch tun sie dir wahrscheinlich weh.

Heute hat mein Freund bei der Selbsthilfegruppe angerufen. Ich selbst hätte nicht telefonieren können, hätte wahrscheinlich nur geweint. Am 18. ist das nächste Treffen. werde dir dann gerne sagen, was für einen eindruck ich habe. weiß selbst noch nicht ob es mir hilft.

Während meiner SChwangerschaft haben mein Freund und ich ein Fotoalbum geführt, mit den bildern unserer Tochter und unseren Eindrücken. Neben dem Bild, wo sie vorher mit ihren kleinen po gewackelt hat steht " das ist unser kleiner wackelarsch in der ...woche." oder "unser kleines wunder". Vielleicht wäre das ja etwas für eure erinnungen an Liam niklas. Ich werde in nächster Zeit noch ein Gedicht für unsere Tochter eintragen.

Wen du noch fragen hast, bei denen ich dir vielleicht rat geben darf. würde ich das gerne tun.

Darf ich fragen wie alt du den bist?



Lieben Gruß, Nuki

Susi

unregistriert

10

Donnerstag, 7. August 2008, 11:47

Hallo Nadine,

Anfangs ging es mir sehr gut die monate mai und Juni verbrachte ich fast wie in einem Rausch.
Mir hätte es nicht besser gehen können. Ich hatte im Mai sogar meine Antidepressiva abgesetzt.
Nun versuchen wir wieder Schwanger zu werden und es geht mir nach dem 2. Zyklus in dem es nicht geklappt hat
wieder schlechter. Ich kämpfe viel mit mir und der Trauer um das irgendwie zu überstehen.
werde auch eine Therapie anfangen. Mir ist es Momentan alles zu viel. Aber manchmal muss man
3 Schritte zurück um dann noch mal durch zu starten.
Aber ich glaube fest daran, dass auch das wieder ins Lot kommt.

Wie geht es dir gerade? Ich hoffe, dass es nicht all zu schlecht ist.
Ich finde es schön zu hören, dass du viel Unterstützung bekommst.
Lieben gruß von
Susi

Nadine

unregistriert

11

Donnerstag, 7. August 2008, 14:15


Liebe Nuki!

Dankeschön für deine Antwort!


Natürlich schreib was auch immer dir einfällt, ich freue mich über alles was hier ankommt. Ich werde versuchen, dass was ich hier an Hilfe und Trost bekomme zurückzugeben, aber momentan bin ich, glaube ich, noch ein zu großer Trauberkloss . . .


Ich bin 30 Jahre. Du 19, wenn ich richtig gelesen habe, ja?


In meiner 1. SS habe ich auch ein Tagebuch geführt und diesmal habe ich mir leider nicht die Zeit dafür genommen, hätte ich gewußt wie wichtig es mal sein würde, solch eine Erinnerung zu haben.

Ich habe alles was uns geblieben ist (Ultraschallbilder, Fotos direkt nach der Geburt und von der Beerdigung, Armband etc.) in einen Karton gelegt. Damit möchte ich ein Album über Liam anlegen, aber momentan fällt mir das noch zu schwer, ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit weinen. Und ich habe angefangen Tagebuch zu schreiben, angefangen mit der Geburt . . .


Ja, das wäre schön, wenn du mir von dem Treffen bei der Selbsthilfegruppe erzählst. Geht dein Freund auch mit? Mein Mann meint das wäre nichts für ihn, aber ich denke auch ihm könnte es vielleicht helfen, mal sehn . . .

Ja, das Verdrängen kenne ich leider nur zu gut, einfach schnell was anderes machen, nur nicht darüber nachdenken . . . aber irgendwann kommen doch die Tränen und die Verzweiflung wieder hoch.

Liebe Nuki, sei fest von mir gedrückt! Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft, Nadine!



Liebe Susi!

Ich kann verstehen, dass du traurig bist, dass es nicht sofort geklappt hat mit dem wieder Schwangerwerden. Aber laß dir Zeit, versuche es irgendwie ruhig anzugehen, tut mir leid, ich weiß, das ist leicht gesagt, ich weiß leider nicht was ich dir da raten kann . . . fühle mich selbst hilflos. Sei einfach ganz lieb von mir gedrückt! Ich wünsche dir von Herzen, dass es schnell mit einer Schwangerschaft klappt!


Nimmst du jetzt wieder Antidepressiva? Bestimmt ist es gut eine Therapie zu machen, habe auch schon für mich darüber nachgedacht. Aber gerade im Zusammenhang mit Deppresionen würde ich das machen (bin da vorbelastet, meine Oma hat sehr früh ihren Mann verloren und hat dann 20 Jahre Antidepressiva und was weiß ich noch alles für Tabletten genommen, sie ist abhängig von Tabletten. Davor hab ich Angst und versuche alles an Medikamenten zu vermeiden).

Mit dem "alles zu viel" hat glaub ich jeder von uns hier mal, kenne ich echt zu gut, manchmal will ich auch einfach nur meine Ruhe, nichts hören und nichts sehen.


Mir geht es jetzt gerade ganz ok! Mußte heute nur ein paar ganz kleine wenige Tränen verdrücken, aber ich glaube das kommt einfach durch verdrängen, nur nicht zuviel nachdenken . . . das macht mir Angst.


Alles Liebe und viel Kraft, Nadine!






Claudia

unregistriert

12

Donnerstag, 7. August 2008, 17:59

Hallo Nadine

Wie geht es dir ? Ich hoffe heute ganz gut?! Also bei uns ist es ja gerade erst 6Wochen her und mir hilft es sehr viel hier zu schreiben und mich mit euch anderen auszutauschen. Jeder Tag wird etwas besser. aber diese Heultage habe ich auch .
Momentan kann ich noch nicht so gut Babys oder andere Schwangeren sehen da muß ich immer daran denken das ich aja eigentlich auch noch einen dicken Bauch hätte. Da mein eigentlicher ET ja erst am 23.08. wäe Das wird bestimmt auch nochmal heftig da meine beste Freundin am 20.08.ET Termin hat. Wir hätten eigentlich zusammen mit unseren Kinderwagen durch die Gegend schieben sollen Ach ist doch alles Sch..................


Oliver hat gefragt als ich aus dem KH kam wo den nun das Baby sei? Weil ich ihm vorher gesagt habe das ich ein paar Tage weg müsste und dann mit Nele wieder komme
Da habe ich ihm gesagt das Nele gestorben wäre und jetzt oben im Himmel ist und ein Stern ist. Dieser Stern würde uns jetzt beobachten und auf uns aufpassen.
Da sagte er nur Oho !! Sieht Nele auch wenn ich Blödsinn mache? Da mußte ich doch schon ein wenig grinsend sagen Ja sie sieht alles.
Als derPastor bei uns war wegen der Besprechung für die Beerdigung sagte Oli ihm: Nele ist in Mamas Bauch durch ein tor zum Himmel gegangen.
Das hat er sich so alleine zusammen gereimt. Kinder gehen da irgendwie leichter mit um Ich denke da können wir noch ne Menge von lernen.
Und er sagt auch das er beim lieben Gott schon ein neues Baby für uns bestellt hat Das ist total niedlich finde ich . Ich hoffe nur die Lieferzeit dauert nicht so lange ;)

Bei der Beerdigung hatten wir Oli auch nicht dabei Ich hätte ihm auch nicht erklären können wiso Nele jetzt in diesem weißen Kasten in die Erde kommt. Ich denke da hätte er Angst bekommen.

Aber auf dem Friedhof waren wir dirket nach der Beerdigung noch mal hingefahren und haben ihm den Ort gezeigt und ihm versucht zu erklären das Nele vom Himmel aus immer zu diesem Platz schaut und sich über die Blumen und anderen Geschenke die wir ihr hier hinstellen freut.

Ich glaube das hat er verstanden und er hilf mir auch immer wenn ich da bin alles schön zu machen.
Und er ist da auch immer total lieb obwohl er ja ein richtiger Racker ist :)

Wie ich gelesen habe bist du 30Jahre?! Ichwerde im Oktober auch 30Jahre "jung".
In welcher Ecke wohnst du denn wenn ich fragen darf?

Ich habe auch gelesen das dein Mann denkt er braucht keine Selbsthilfegruppe das sagt mei Mann auch.
Ich werde nchste Woche mich auch mal schlau machen ich glaube es könnte mir helfen.
Und was ich jetzt noch gemacht habe ist eine Mutter-Kind-Kur beantragt ich glaube das wäre auchganz gut, abwarten ?!

Viele liebe grüße viel dich ganz fest gedrückt
Claudia

Nuki

unregistriert

13

Freitag, 8. August 2008, 09:59

Hallo Nadine,

schön, dass es dir manchmal doch gut geht. hoffe heute ist auch kein als zu schlimmer tag für dich.

Nimm es nicht falsch auf. Ich weiß,dass dir das Angst macht, aber vielleicht ist es gut, dass du den ganzen Schmerz nicht auf einmal ertragen musst. DIese kleinen Pausen der Verdrängung braucht vielleicht dein Körper um sich zu erholen. Nur weil es dir heute mal nicht schlecht geht, heißt das ja nicht, dass du an euren Liam nicht denkst oder ihn nicht liebst. Denk mal, wenn du ihn nicht lieben würdest, dann wärst du nicht hier um dir hilfe zuholen. Und das du kein Tagebuch geführt hast, musst du dir nicht vorwerfen.

Das es dir schwer fällt, das album anzulegen, kann ich verstehen. ich hab bis jetzt auch nur einmal in unser album geschaut.das gedicht, das ich eintragen möchte wird also noch warten müssen. aber das sit okay, ich werde mir zeit lassen. wir sollten alle in unserer trauer nichts überstürzen.die braucht einfach viel zeit und hilfe, die du ja zum glück von deiner familie kriegst.

Bei mir kommt es immer auf den ganzen tag an. wenn ich einen "guten" tag hatte, dann kann ich mit einen lächeln an meinen engel denken und an die schönen zeit. wenn es mir von anfang an schlecht geht, dann versuche ich es doch zuvermeiden an meine tochter zudenken, weil ich dann an alles denke was sie nie haben wird.

Mein Freund wird mitgehen. Hört sich komisch an, aber ich konnte noch net mal da anrufen. ich hätte wahrscheinlich nur geweint. Weiß nicht ob er für mich mitgeht oder weil er das auch möchte. Hab aber schon öfters gelesen(hier und in anderen foren) das männer es meistens nicht bereuen mitgegangen zusein. Wenn deiner Angst hat, darüber zureden, dann soll er nur zuhören. Es wird ihn sicherlich keiner zwingen was zusagen.

Ich wünsche dir einen schönen tag, ohne viele Tränen

Ganz liebe grüße Nuki

Nadine

unregistriert

14

Freitag, 8. August 2008, 13:52


Liebe Claudia!


Danke, nach dem gestern ein nicht so schöner Tag war, geht es heute einigermaßen, vielleicht weils regnet, das paßt doch besser in mein Leben. Den Wind mag ich, da denke ich wirklich, ach schön, ein Gruß von Liam.

Wie geht es dir?

Oh, das ist eine schöne Idee eurem Oliver zu sagen, dass seine kleine Schwester aus dem Himmel immer auf diesen Platz schaut. Ich glaube so werden wir das auch machen. Dieser Gedanke gefällt mir sehr gut!

Das war auch mein Gedanke, dass es meinem Sohn doch Angst machen muss, wenn er bei der Beerdigung dabei gewesen wäre und wir ihm hätten sagen müssen, da in dem kleinen Kasten liegt dein kleiner Bruder und dann kommt der auch noch in ein Loch und Erde drauf, nein, selbst wenn ich daran denke find ich das krausam.

Du wirst im Oktober 30, Waage, oder? Bei unserem Liam habe ich immer gedacht, er muss vor dem 23.08. kommen, damit er kein Löwe wird. Oh mein Gott, wie unwichtig wäre mir das alles jetzt . . .

Ja, ich denke Mutter-Kind-Kur ist eine gute Idee! Ich kenne einige Mamis die sowas gemacht haben, so wegen Streß etc., und den hat es sehr gut getan. Wir wollen jetzt im September erst mal eine Woche an die Nordsee, mein Mann hatte sowieso den Urlaub schon eingeplant, nur ich wollte mit einem so kleinen Baby nicht unbedingt weg, aber das sieht ja jetzt leider alles anders aus . . .

Ich werde mich früher oder später auch um eine Selbsthilfegruppe oder Therapie kümmern, hat ja keine Eile denke ich, momentan ist mir noch nicht danach zu Mute, aber würde sicher zu gegebener Zeit gut tun. Vielleicht geht mein Mann mit, wenn ich ihn lieb darum bitte es mir zu liebe zu tun.

Ich wohne in Rheinland-Pfalz, in der Nähe von Limburg (Hessen), und du?

Das ist lieb von Oliver, dass er schon ein neues Baby bestellt hat! Ihr möchtet auch noch ein Baby, ja? Wir auch. Aber ich traue mich gar nicht das jetzt schon (nach noch nicht mal 3 Wochen) auszusprechen, irgendwie schlechtes Gewissen oder so, aber der Wunsch ist nunmal da, ich kann es nicht ändern. Und egal was auch immer sein wird, nichts in der Welt kann uns Liam ersetzen und er wird immer tief in unserem Herzen sein.

Das ist schwer, dass deine beste Freundin um den gleichen Tag ET hat, wie du gehabt hättest. Das tut mir so leid für dich. Ich habe zwar keine Freundin die momentan schwanger ist, aber genug Leute die ich flüchtig kenne, sind hier schwanger oder haben vor kurzem ihre Babys bekommen. Es kraut mir schon, denen zu begegnen.

So, wir müssen jetzt gleich los, zum ersten Mal, nach den Sommerferien und nach dem Tod von Liam ins Mama-Kind-Turnen, d.h. richtig viele Mamas die nicht wissen wie sie mit mir umgehen sollen und für mich heißt das, zum 1. Mal wieder viele Menschen auf einmal . . .


Sei ganz lieb gedrückt! Alles, alles Liebe und weiterhin viel, viel Kraft, Nadine!



Liebe Nuki!

Ich werde versuchen dir später zu antworten! Sei auch du lieb gedrückt, Nadine!

Nadine

unregistriert

15

Freitag, 8. August 2008, 20:54


Hallo Nuki,

heute war mein Tag gegen jede Erwartung ganz ok. Und bei dir? Wie geht’s dir?

Nein, du hast ja recht, man muss sich Ablenken und leider ein Stück Verträngen, würde ich mich den ganzen Tag hier hinsetzen, heulen und grübeln, was wäre wenn . . ., würde ich früher oder später total durchdrehen.

Wenn es soweit ist, dass ich zu einer Selbsthilfegruppe gehe, werde ich meinen Mann bitten mir zuliebe mal mitzukommen. Ich denke, mir zuliebe wird er das machen, damit ich nicht alleine bin und vielleicht merkt er ja, dass es ihm hilft oder vielleicht merke ich, dass es nichts für mich ist. Wir werden sehen.

Hast du selbst ein Gedicht für deine Kiara geschrieben? Ich kann auch momentan gar nichts in das Tagebuch für Liam eintragen, in der ersten Woche habe ich alles über die Geburt aufgeschrieben, damit ja nichts vergessen geht und dann habe ich noch einige Gedanken und Gefühle aufgeschrieben, aber immer unter Tränen, jetzt lasse ich mir lieber noch etwas Zeit.

Du hast geschrieben, dass du niemand bist der über Gefühle so offen spricht, aber ich hoffe du hast liebe Menschen die für dich da sind!? Die Menschen die für mich da sind, denen hab ich auch nicht gesagt wie verzweifelt und traurig ich bin, aber ich glaube, das kann sich jeder auch so denken. Wenn jemand mich gefragt hat, ob ich erzählen mag, war mir nie nach jammern, sondern ich war froh von Liam, der Geburt und allem drumherum zu erzählen. Es ist erleichternd für mich alles zu erzählen.

Es ist komisch, jetzt laufen mir wieder Tränen von jetzt auf gleich, ich dachte mir wärend ich schrieb, ja, alles zu erzählen, wie schön und perfekt mein Liam war . . .

Liebe Nuki, ich höre jetzt hier auf, sei ganz lieb gedrückt, Nadine!



kerstin

unregistriert

16

Freitag, 8. August 2008, 21:58

Hallo Nadine,

bei mir ist das Ganze jetzt 4 1/2 Monate her und ich kann sagen, es geht aufwärts. Dein Wunsch nach einer neuen Sw. ist vollkommen normal, ich dachte auch im ersten Moment als ich erfahren habe dass Lea nicht mehr lebt, niemehr!! Aber als sie dann in meinen Armen lag, so perfekt, war mein Wunsch auf einmal so gross ein lebendiges Kind in Armen halten zu dürfen, irgendwann. Bei mir war es März, ich habe drei Zyklen abgewartet, und warte immer noch auf meine Mens.... mal sehen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich Lea untreu werde, dann gehe ich zu ihr ans Grab und erkläre es ihr. Dass ich sie so gerne dagehabt hätte, aber aus irgendeinem Grund sie nicht bleiben sollte/wollte und dass ich mich so alleine fühle und mir einfach noch ein Baby hier in diesem Leben wünsche, das lebt.

Mein Sohn ist 5 1/2 Jahre alt, und er versteht ganz genau was passiert ist. Wir sind an einem Sonntag vormittag ins Kh mit Wehen, und ich habe ihn bei der Oma gelassen und noch zu ihm gesagt, ich ruf dich nachher an dann kannst Du mit Oma+Opa mich/Papa und das Baby besuchen kommen und vergesse nie wie seine Augen gestrahlt haben. Er wusste dass er eine Schwester bekommt und hat sich sehr auf sie gefreut und ganz stolz erzählt wenn er gefragt wurde. Wir haben ihn auch in die Namenswahl miteinbezogen. Er hat auch so oft mit ihr gekuschelt und gesprochen und ihr einen Gutenachtkuss gegeben.

So.... und dann stehst Du da, und bei uns war es von Anfang an keine Frage ihn miteinzubeziehen. Er ist echt weit vom Kopf und will natürlich wissen was mit seiner Schwester ist und erwartet (im gegensatz zu einem dreijährigen, mein Neffe ist jetzt so alt und ihm kann man es definitiv nicht so erklären, deshalb kenne ich den Vergleich nur zu gut) eine Erklärung! Mein Mann ist dann nach hause gefahren hat ihn und meine Eltern ins Kh geholt, damit er seine Schwester sehen kann, sie sah aus als schliefe sie. Wir haben ihm dann erklärt, dass sie in meinem Bauch gestorben ist, ihr Herz vielleicht zu schwach war, und sie jetzt ein Stern am Himmel ist. Er war auch bei ihrer Beerdigung dabei, und das war gut so! Denn sonst hätte er mich ewig gefragt, warum Lea da in dem Loch ist und wo sie ist und warum usw. (er ist nämlich gerade in dem nervigen warum-Alter und lässt sich nicht mit Larifari-Erklärungen abspeisen, echt anstrengend manchmal :wacko: ) Für ihn war das dann ok, er wusste wo sie geblieben ist und hat das auch jedem, der gefragt hat, erzählt. Wir haben uns eine Laminiermaschine angeschafft, und jedesmal wenn er Lust hat etwas für Lea zu basteln oder zu malen, schweiss ich das ein und wir machen einen Draht hin und er darf es ihr zum Grab bringen. Neulich hat er beim Radfahren Blumen gepflückt, die er ihr bringen wollte, sind dann direkt noch am Friedhof vorbeigefahren. Ich denke, das ist jetzt einfach ein Teil unserer Familiengeschichte und ich bin froh ihn so miteinbezogen zu haben. Für ihn war es viel schlimmer, dass alle um ihn herum traurig waren und geweint haben! Zu mir hat er gesagt: Mama, als alle in der Kirche geweint haben, habe ich es auch versucht, wirklich, aber es ging nicht. Und wenn er dann da steht, mit diesem ernsten Gesichtsausdruck, bin ich wiedermal aufs neue froh ihn zu haben, er bringt mich zum lachen.

Gestern hat er gefragt, ob ich denn endlich wieder ein Baby im Bauch hätte, denn er wünsche sich jetzt einen Bruder, naja mal sehen was ich machen kann.

Für mich war es auch sehr schwer, die ersten normalen Schritte wie Einkaufen, Kiga-bringen, Leute treffen usw. wieder zu machen. Aber aus Erfahrung weiss ich jetzt, wenn der erste Schritt getan ist, fällt der zweite leichter. Bei mir war es nochmal eine harte Nuss wieder die Leute von der Arbeit zu sehen, aber irgendwann musste ich auch das wieder tun, und ich war sehr froh, es endlich hinter mir zu haben. Seitdem ist mein Leben echt wie vorher, als wäre nie was gewesen.

Das bedeutet nicht, dass ich nicht an Lea denke, nein, das tue ich sekündlich, und ich bin auch sehr traurig wenn ich an sie denke, dass sie jetzt nicht bei mir sein darf! Aber eines hilft mir momentan, hört sich doof an jetzt, aber sie hat es eigentlich dort wo sie jetzt ist am allerbesten, nämlich bei Gott, sie hat einfach den schnellen Weg dorthin genommen ohne den Umweg leben. Weisst Du was ich meine, die die zurückgelassen werden, denen gehts echt besch...., aber Lea ist im Paradies. Das zieht mich manchmal hoch. Auch meine Angst vorm Tod ist gewichen, weil ich weiss es wartet jemand auf mich .... Und ich kann bestätigen, dass die Trauer sich wöchentlich verändert, hätte ich am Anfang nie gedacht, aber man lernt damit zu leben und die Heulabstände werden grösser!

So, soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, manchmal fällt es aber schwer es kurz und knapp zu machen. Wünsche Dir sehr viel kraft noch für die nächsten Wochen. Fühl Dich lieb gedrückt Kerstin

Claudia

unregistriert

17

Freitag, 8. August 2008, 23:29

Hallo Nadine und die anderen!

Ich hab ein Gedicht bei mir reingeschriebn bei " Unsere kleine Nele"
mir hilft es vielleicht hilft es euch auch. Ich muß zwar immer weinen wenn ich es lese aber es baut mich auch auf. Wenn ihr/Du Lust habt lest euch mal durch

Lieb eGrüße Claudia

Nuki

unregistriert

18

Samstag, 9. August 2008, 17:32

Hallo Nadine,

hört sich so an als ob, dein Mutter-Kind-Turnen gut gelaufen ist. war sicherlich schwer für euch beide.

Hoffe dir geht es heute auch einigermaßen gut.

Bisher hab ich nur ein gedicht geschrieben, das war kurz nach ihrer Geburt.

Auf Ewig

Irgendwo zwischen Trauer und Hass,
irgendwo zwischen Liebe und Angst,
werd ich dich finden,
werd ich dich endlich wiedersehen.
Mein Engel,
Wenn der Schmerz unendlich scheint,
dann denke ich nur an dich.
Wenn die Trauer mich umkreist,
dann bist du mir ganz nah.
Wenn die Sonne endgültig erliescht,
wirst du endlich bei mir sein.
Den du bist jetzt ein Sternenkind.

Auf Ewig

Damal ging es mir nicht sehr gut. Ich denke, dass kann man auch rauslesen. Mittlerweile sind auch schon andere in arbeit, aber zurzeit ist bei mir eine richtige blockade da. naja egal. einige sind dadurch nicht ganz fertig.ich habe auch angefangen mit ölfarben zumalen.vorher hab ich mich nur auf bleistiftzeichnungen beschränkt. soetwas ist für mich dann eine gute therapie. ich denke an meine tochter und male ihr ein schönes bild.dabei muss ich mich dann aber so konzentrieren, dass mir keine zeit zum weinen bleibt, obwohl ich an meine kleine denke. Viellicht hast du ja auch etwas, was du gerne machst. Ich habe das einfach kombiniert, das malen und meine tochter.

Eigentlich wollt ich ihr für ihr Kinderzimmer zwei bilder von diesen echt niedlichen baby-winnie-pooh malen, aber irgendwo bin ich froh, dass ich das noch nicht getan hab.

Menschen mit denen ich reeden kann, habe ich. die famile von meinen freund ist immer für mich da, besonders seine mutter. sie hat mich damals mit ihn ins krankenhaus gefahren(ich wollte nicht das mein freund auf den schock fährt) und ist auch noch bis frühen abend bei mir geblieben. (Kannst du ja alles unter "Kiara - auch ein sternenkind bleibt unser Kind lesen") meine Familie ist bei diesen thema etwas anderst... mein vater denk zu praktisch bei allen sachen. eine seiner ersten aussagen war, melde dich bei der bundeswehr,vielleicht kriegst du noch die ausbildung. Ich habe mir auch schon gedanken gemacht gehabt als ich kh war, wegen der ausbildung, aber sowas will man ja nicht von anderen hören...sowas tut einfach nur weh....

Es ist schön, dass du deinen Kleinen für perfekt hältst, das ist er sicherlich.und es ist schön, das du nicht jammerst sondern nur das gute an deinen sohn siehst. heißt nicht, dass du auch mal "jammern" darfst.

Wenn ich an die geburt denke, bin ich auch irgendwie glücklich. das war ein echt schönes erlebnis. an anfang hatte ich schon ziemlich viel angst davor, war ja auch meine erste geburt. aber ich muss sagen, dass ganze hat mir auch irgendwo die möglichkeit gegeben mich schonmal auf den abschied vorzubereiten. Einen kaiserschnitt hätte ich mir garnicht vorstellen können. einschlafen - aufwachen - kind ist weg... also für mich wäre das schlimmer gewesen als eine normale geburt.

Tut mir leid, das du weinen musstes.

Ich reiche dir einfach mal virtuell ein taschentuch. Liebe Grüße Nuki

PS. Bin seit letzten monat 20 und komme auch aus RLP. aus der nähe von germersheim

Nadine

unregistriert

19

Samstag, 9. August 2008, 21:58


Liebe Kerstin!


Das mit dem Gefühl Lea untreu zu werden, geht mir auch so gegenüber Liam, aber Stefani (Emily und Louis) hat dazu etwas schönes geschrieben:

"Aber ich denke mir irgend wie ,wenn Louis Tod irgendwie etwas positives hervorbringen könnte,dann ein weiteres Baby,was sonst nie diese Welt gesehen hätte,weil wir nach Louis dann die Kinderplanung abgeschlossen hätten."

Das finde ich einen wirklich sehr schönen Gedanken!

Das mit der Laminiermaschine finde ich eine tolle Idee!

Für Nell (2 ½ Jahre) ist auch das schlimmste wenn ich traurig bin, ich glaube, dass da ein Baby im Bauch war und jetzt doch nicht zu uns kommt, kann er alles noch nicht so 100 %-ig verstehen. Ich will ihn auch nicht ständig vollquatschen, wenn er von selbst darauf zu sprechen kommt, sage ich ihm immer wieder was passiert und dann wechselt er auch schnell wieder das Thema. Aber wie du sagst, es gehört jetzt zu unseres Familiengeschichte und wir werden ihn immer altersgerecht damit aufwachsen lassen und ihn immer wissen lassen, das er noch einen Bruder hat, wenn auch nicht in dieser Welt.

Ich glaube, es war gut, dass dein Lukas seine Schwester im KH gesehen hat, ich habe darüber mal einen Artikel gelesen, so von Wegen, dass Kinder es dann besser (be-)-greifen. Uns wäre das gar nicht in den Sinn gekommen, aber 2 ½ und 5 ½ jahre ist auch ein unterschied und es hat sich ja sicherlich kaum einer vorher gedanken gemacht, wie verhalte ich mich richtig, für den Fall, dass mein geliebtes Baby vor seiner Geburt stirbt.

Das kann ich gut verstehen, dass du froh bist deinen Lukas zu haben und das er dich zum Lachen bringt. Geht mir mit Nell auch so, dann weiß ich für was es sich noch zu leben lohnt.

Du wartest auf deine Mens seit der Geburt oder seit dem einem Übungszyklus?

Ich weiß was du meinst mit: . . . die die zurückgelassen werden, denen gehts echt besch...., aber Lea ist im Paradies. Mein Mann hat gesagt, warum hat Gott mich nicht genommen. Und dann mußte ich ihm sagen, weil Nell dann keinen Papa mehr hätte. Dass Liam nicht bei uns sein kann, dass schmerzt am meisten meinen Mann und mich und die Großeltern, aber wenn ein Kind ohne die Liebe seiner Eltern aufwachsen muss, dass ist fast noch grausamer . . . Ich denke oft, oh Gott, wenn mir jetzt was passiert, nicht wegen mir, nicht wegen meinem Mann, aber mein kleiner Nell, für so eine kleine Kinderseele . . .

Heute hatte ich eine relativ guten Tag, wenn man das überhaupt so sagen kann, ich für mich merke das auch an dem wie ich schreibe, nicht ganz so voll mit gejammer . . .

Ich wünsche dir alles Liebe, sei ganz fest umarmt, Nadine!



Liebe Nuki!

Erstmal noch "HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH NACHTRÄGLICH!" zum 20. Geburtstag. Wann genau hattest du Geburtstag? Ich bin auch aus RLP, aber eine andere Ecke, in der Nähe von Limburg (Hessen).

Dein Gedicht ist schön, schön traurig! Ich habe auch gerade festgestellt, auch an dem was und wie ich schreibe merke ich wie gerade meien Verfassung ist und heute ist sie relativ gut, nicht zu emotionsgeladen und nicht so jammerisch. Früher hab ich auch viele Gedichte geschrieben, bei Liebesproblemen, so Herzschmerz und so’n Zeug (was einem angesichts der jetzigen Situation alles so unwichtig vorkommt), vielleicht versuche ich auch eins für meinen Liam zu schreiben.

Das tut mir leid, dass dein Vater so reagiert hat! *Sei lieb gedrückt!* Aber du hattest geschrieben, dass du selbst nicht so gut über Gefühle sprechen kannst und dein Vater vielleicht noch weniger und vielleicht hat er es gar nicht so gemeint, wußte nur nicht mit der Situation umzugehen. Meine Mama hat meinen Papa bei Liams Beerdigung zum ersten Mal im Leben weinen sehen, es hat ihn wirklich sehr getroffen, aber er hat nie darüber gesprochen, er stürzt sich seitdem immer in Arbeit. Und das hat er von seinen Eltern . . .

Ja, ich wollte nicht überheblich oder so mit "perfekt" klingen, aber ich glaube jede Mama hält ihr Kind für das tollste und beste und schönste . . . ;-)

Ich bin auch froh, dass es eine normale Geburt war. Erst konnte ich es nicht verstehen, hab nur gedacht, nein, was soll das denn alles jetzt noch, ich will einen Kaiserschnitt, Baby raus und dann will ich einfach nach Hause, nichts mehr sehen und hören. Dann hab ich gedacht, ok, wenn ich einen Kaiserschnitt mache, kann ich nicht sofort nach Hause, also doch lieber normale Geburt, jetzt habe ich natürlich verstanden, warum das so sein sollte und ich bin sehr froh darüber, dass ich diese Geburt mit Liam erleben durfte.

Fühl dich lieb gedrückt, alles Liebe, Nadine!


Sanne

unregistriert

20

Samstag, 9. August 2008, 23:36

Hallo Nadine,

ich habe gerade Deine Antwort an Nuki gelesen und da bin ich darüber gestolpert, dass Du aus der Nähe von Limburg kommst. Da komme ich auch her! Darf ich fragen, ob Ihr im Limburger KH wart?

Liebe Grüße,
Susanne